Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Die Pflicht zur Prüfung von Jahresabschlüssen in Deutschland

Eine Pflicht zur Durchführung von aktienrechtlichen Jahresabschlussprüfungen durch einen Abschlussprüfer bestand in den Gründungsjahren unserer Unternehmensgruppe in Deutschland noch gar nicht (ebenso wenig etwa in der Schweiz oder den USA).

So bestand nach dem Aktienrecht vom 11.06.1870 ausschließlich für den Aufsichtsrat die Verpflichtung, Bilanz, Jahresrechnung und Gewinnverteilung zu prüfen und hierüber in der Generalversammlung zu berichten. Dies führte allerdings zu einer Überforderung des Aufsichtsrats. Die jeweiligen Unternehmensstrukturen hatten bereits eine Komplexität erreicht, die eine wirkungsvolle Prüfung durch den Aufsichtsrat nahezu unmöglich machten.

Es folgten spektakuläre Unternehmenspleiten, etwa die der Frankfurter Allgemeinen Versicherung 1929, deren Bilanzen sich im Nachhinein als gefälscht erwiesen. Gleichwohl wurde erst am 19.09.1931, nach dem Zusammenbruch der „Nordwolle“ und der daraus resultierenden Schließung der Danat-Bank, durch Notverordnung des Reichspräsidenten die Prüfungspflicht von deutschen Aktiengesellschaften eingeführt.

Mehr als 50 Jahre später, durch das Bilanzrichtlinien-Gesetz vom 19.12.1985, wurde die Prüfungspflicht auf alle Kapitalgesellschaften (die nicht kleine im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB sind) und später im Rahmen der Umsetzung des Kapitalgesellschaften- und Co-Richtlinie-Gesetzes auch auf vergleichbare haftungsbeschränkte Personengesellschaften (OHG und KG) ausgedehnt. 

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